Hanspeter Bäni erzählte im Restaurant Industrie von seinen Filmabenteuern

Bäni verstand es, die Zuhörer und Zuhörerinnen mit seinen Geschichten, die zum Teil auch viel von seiner Persönlichkeit preisgaben, zu faszinieren. So wurde klar, dass er aufgrund einer nicht ganz einfachen Kindheit und Jugend zu einem besonderen Interesse an Menschen fand, die auch nicht nur einfache Lebenswege gegangen waren.
Unter anderem werde er immer wieder auf den Fall «Carlos» angesprochen, erzählte er. Bäni denkt, dass er den Film wieder machen würde, aber mit anderen Schwerpunkten, so dass Carlos‘ Geschichte bei den Zuschauern zu weniger Missverständnissen führen würde. Der Autor und Regisseur erzählte auch anschaulich von der «weissen Königin», die es wagte, sich in einem fremden Land, Kamerun, auf eine Beziehung mit einem Einheimischen einzulassen. Wie es ihr dabei erging, lässt sich in seinen Dokumentarfilmen dazu nacherleben. Bäni hat ein gutes Gespür für seine Protagonisten und lässt sie ausführlich zu Wort kommen. Ein weiteres Projekt, das ihn lange beschäftigte, war das «Schicksal einer Bergbauernfamilie», wo es unter anderem auch um eine Nachfolgelösung für den Betrieb geht.
Hanspeter Bäni war aufgrund seiner Berichte und Reportagen auch immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Da ihn das zu belasten begann, entschloss er sich, sich den kleinen Sensationen des Alltages zuzuwenden und das Augenmerk auf die Ereignisse am Wegrand zu legen. So kam es, dass er kleine Welten entdeckte, die aber bei den Zuschauern trotzdem grosse Wirkung entfalteten. Ein Beispiel dafür ist der Dok «Leben in der Blutwurst», wo es um ein Hochhaussiedlung in Spreitenbach geht.
Für die Gäste des Abends war das Zusammentreffen mit Hanspeter Bäni eine bereichernde Erfahrung, was das Publikum mit langem Applaus verdankte.