15. September 26: Lesung mit Musik
«Kann Erinnerung eine Türe in die Zukunft öffnen?»
Am 15. September fand im Quartierrestaurant Café de l’Industrie in Solothurn die erste Lesung nach der Sommerpause statt. Thomas Giuliani, vielen bekannt als Trauerredner, Bestatter oder Präsident der Hospizgruppe Solothurn, zeigte an diesem Abend seine kreative Seite als Autor. Mit seinem Debütroman «Zimmer 22» schenkte er einem Hotelzimmer eine Stimme. Aus dessen Erinnerung webt sich ein bunter Bilderbogen, der den Bogen von den ersten Gästen über die Schliessung in der DDR-Ära bis zum heutigen Tag spannt, an dem es in neuem Glanz wieder auferstanden ist. Im zweiten vorgestellten Roman, «Sommer der Veränderung», setzte Giuliani sich mit dem gesellschaftlichen Ausstieg von Carsten Albeck auseinander. Was als kurze Auszeit geplant war, wurde zu einer Reise, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Beide Bücher wurden via Books on Demand (BoD) veröffentlicht und behandeln tiefgründige Familiengeschichten und die grosse Liebe.

Da Giuliani grundsätzlich eher die leisen Töne bevorzugt, holte er sich musikalische Verstärkung und brachte seinen Schwiegersohn Tom Bühler aus Ueken (AG) mit auf die Bühne. Der gelernte Elektriker untermalte die Lesung feinfühlig mit Schweizer Volksmusik auf der Gitarre und zauberte von Anfang an eine wunderbare, dichte Stimmung in das Lokal. Im Laufe des Abends erlebte das Publikum gleich zwei emotionale Höhepunkte: Zum einen die berührende Weltpremiere von Bühlers eigenem Song «Winterwind», zum anderen das legendäre Mani-Matter-Lied «I ha es Zündhölzli azündt». Bei dieser persönlichen Interpretation sagen die Gäste im ausverkauften «Industrie» begeistert mit.
Heidi Fedeli, Kultur & Kommunikation